[Blogtour] Ethan Parker-Wilde: Das Dunkel seiner Seele (Station 4)


Hallo ihr Lieben!

Heute macht die Tour endlich halt bei mir. :)

Ich habe mir gedacht, ich suche den Autor mal in seiner Heimatstadt auf und tue so, als ob ich nicht wüsste wer er ist, hihi, und ich muss sagen, das hat ganz gut funktioniert. Er hat ein bisschen was von FF erzählt und mir Tipps gegeben, was man als Tourist sehen sollte.

Aber was erzähle ich groß: Lest einfach selbst! *gg*

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Die Schneeflocken fallen sanft auf die Dächer und Straßen der Stadt. Die Sonne blitzt hinter ein paar weißen Wölkchen hervor und erhellt den lauen Wintertag.
Im Abernathy's - dem berühmtesten Kaffeehaus Farefyrs - sitzt ein Mann alleine an einem Tisch und lässt flink seinen Federkiel über Papier gleiten. Das Blatt füllt sich mit Buchstaben, Buchstaben werden zu Worten, Worte werden zu Sätzen. Konzentriert geht der Unbekannte inmitten des Tumults seiner Tätigkeit nach. Nur ab und an sieht er flüchtig auf, um seinen Federspitz in das Tintenfässchen zu tauchen und fortzufahren. Um ihn herum unterhalten sich hübsch gekleidete Leute angeregt miteinander, Silberbesteck klappert auf teurem Porzellan, die Luft ist warm und gefüllt mit Heiterkeit und Geselligkeit.
Eine Frau betritt den Raum und erblickt den einzigen freien Platz, welcher sich gegenüber unseres fleißigen Schreibers befindet. Zielstrebig geht sie auf ihn zu. "Ist hier noch frei?"
Ohne eine Antwort abzuwarten, nimmt sie Platz. Immerhin ist der Laden brechend voll und nach dem anstrengenden Tag, der hinter ihr liegt, will sie ihre heiße Schokolade - die Beste in der ganzen Stadt - nicht im Stehen trinken, sondern eine Tasse davon in Ruhe genießen.
Der Mann blickt etwas irritiert auf und nickt ihr schließlich zu, während er eilig seine Unterlagen in seiner Schreibmappe verschwinden lässt. Nach einem Räuspern erhebt er mit einem Lächeln auf den Lippen das Wort: "Ein unbekanntes Gesicht. Seid Ihr neu in der Stadt?"
Der Ober kommt an den Tisch und nimmt die Bestellung auf.
"Ja, ich bin gerade erst hierher gezogen", gibt die Frau nickend zurück und mustert ihr Gegenüber.
"Erlaubt Ihr mir die Frage, woher Ihr kommt?", hakt dieses interessiert nach und hebt die rechte Augenbraue in einer fahrigen Bewegung.
Der Kellner serviert der Dame eine Tasse voll heißer Schokolade mit gezuckerter Sahne. Wie Schnee bildet der Zimt ein Häubchen obenauf.
"Von überall her", kommt ausweichend zurück und sie kostet einen zaghaften Schluck von ihrem Heißgetränk. Ihre Züge verraten ihre Zufriedenheit.
Der Mann lächelt verschmitzt. "Nun, möchtet Ihr mir zumindest verraten, wie es Euch in der Stadt gefällt?"
"Von der Stadt habe ich noch nicht viel gesehen. Ich arbeite zu viel. Aber das Viertel hier gefällt mir." Sie sieht aus dem Fenster, vor dem eilig Passanten vorüberziehen, um ihrem Tagesgeschäft nachzugehen. Die meisten von ihnen sind mit sich selbst beschäftigt.
"Ja, es ist wirklich schön hier. Doch lasst Euch gesagt sein, jedes Viertel Farefyrs hat seinen Reiz. Haltet die Augen offen, es lohnt sich", merkt der Unbekannte an, als sie sich wieder ihm zuwendet. Dann schmunzelt er. "Zumindest habt Ihr bereits das edelste Kaffeehaus der Stadt entdeckt." Er zwinkert ihr zu.
"Mein Bruder schwärmte immer davon. Er meinte, sollte es mich mal nach Farefyr verschlagen, muss ich hier unbedingt einkehren."
"Euer Bruder hat definitiv Geschmack. Hier gibt es die beste heiße Schokolade der ganzen Stadt. Die Mehlspeisen sind übrigens auch nicht zu verachten. Der Apfelkuchen wird nach dem Rezept von Mister Abernathys Großmutter zubereitet. Die Dame wusste, wie man einen Mann schwach macht." Grinsend deutet er auf seinen Kuchen.
"Das klingt sehr verlockend, doch ich will morgen Abend ins Theater und möchte keine Probleme mit meinem Schneider bekommen", lacht sie auf.
Schmunzelnd zuckt er mit den Schultern und nimmt einen Bissen von seinem Kuchen, den er sich auf der Zunge zergehen lässt. "Nun, wenn Ihr auf Euer Gewicht achten möchtet, solltet Ihr Euch tatsächlich den kulturellen Leckerbissen zuwenden, die Farefyr zu bieten hat. Das Theater im Stadtzentrum ist übrigens das ansprechendste und führt nur die amüsantesten Stücke auf. Der König persönlich kümmert sich um die Finanzierung und es kommt nicht selten vor, dass er selbst einer Vorführung beiwohnt."
Erstaunt sieht sie ihn an. "Der König persönlich? Dann bin ich jetzt umso gespannter auf morgen Abend. Ich hoffe, die Komödie ist wirklich amüsant, denn ich habe gehört, die letzten sollen dies nicht gewesen sein."
"Nun, das dürft Ihr sein. Ein sehr anziehender Mann, unser Herrscher. Sein Charme ist legendär", schmunzelt der Fremde sachte und nippt an seiner Schokolade, ehe er erneut das Wort ergreift. "Nicht amüsant? Gewiss hörtet Ihr das von einigen Nörglern, die nichts so wirklich erheiternd finden." Er lacht leise auf und nimmt einen weiteren Bissen Apfelkuchen. "Ich bin mir sicher, Ihr werdet Euren Theaterbesuch genießen. Im Übrigen solltet Ihr auch dem Opernhaus eine Chance geben. Der neue Sopranist ist einfach überwältigend. Sagt, mögt Ihr Musik? Ich bin ihr verfallen", lächelt er und wartet gespannt auf die Antwort.
"Ich liebe die Musik", erwidert sein Gegenüber verträumt. "Als Kind wollte ich immer lernen, auf dem Klavier zu spielen, aber ich habe zwei linke Hände und mein Bruder flehte mich an, das Katzengejammer einzustellen."
"In diesem Punkt erinnert Ihr mich an jemanden", gibt der Fremde leise und ohne zu lächeln zurück. "Allerdings ist es niemals zu spät, Versäumtes nachzuholen." Seine Miene war für einen kurzen Moment schrecklich ernst, doch nun grinst er verschmitzt. "Auch an dem Problem, eine zweite Linke zu besitzen, kann man arbeiten." Kaum hat er den Satz zu Ende gesprochen, schüttelt er den Kopf. "Verzeiht, ich nehme mir wieder Freiheiten heraus, indem ich fremden Leuten Ratschläge erteile", lächelt er, amüsiert über sich selbst. "Man kann eben nicht aus seiner Haut." Er zwinkert der Frau entschuldigend zu.
"Dafür müsst Ihr Euch nicht entschuldigen. Ich bin dankbar für Ratschläge, aber mit der Musik wird das in diesem Leben nichts mehr", gibt sie zurück. "Meine Arbeit, über die ich nicht reden werde..." Sie hält inne, um ihm nun ihrerseits zuzuzwinkern. "... lässt mir keine Zeit dafür."
"Vielen Dank für Eure Nachsicht. Im Übrigen mag ich Menschen mit Geheimnissen. Sehr interessant." Er mustert sie, als würde er versuchen, sie richtig einzuschätzen. Es ist seine Berufung, Menschen zu beobachten und schließlich zu durchschauen. Tatsächlich kann er gar nicht anders. "Nun, wenn ich Euch noch einen weiteren Ratschlag mit auf den Weg geben darf, dann würde ich Euch empfehlen, einmal um Mitternacht zum Hafen hinunter zu gehen."
"Das klingt nach einem Ort, an dem man sich als Frau lieber nicht blicken lassen sollte. Zumindest nicht zu dieser Stunde", wirft sie etwas misstrauisch ein, denkt dann jedoch über seine Worte nach und wird neugierig. "Aber was würde mich denn erwarten, sollte ich Euren Ratschlag in Betracht ziehen?"
Ein Lachen entringt sich seiner Kehle, nachdem er seinen Kuchen zur Gänze verspeist hat. "Hier in Farefyr hat man als Lady zumeist nicht mehr zu befürchten, als wenn man dem männlichen Geschlecht zugehört. Gerade die Damen, die in dieser Stadt aufwachsen, wissen sich zu helfen", erzählt er wissend, ehe er auf ihre Frage eingeht. "Euch würde pure Magie erwarten, meine Liebe. Der Mond, der über dem Wasser schimmert. Das Meer, das sanfte Wellen schlägt und leise rauscht. Und das zurückhaltende Spiel eines unsicheren Violinisten, der kaum eine Nacht verstreichen lässt, ohne dem aufmerksamen Zuhörer das Herz zu wärmen."
Die Frau lächelt sachte. "Das klingt sehr poetisch. Ihr könntet Schriftsteller sein."
Er schmunzelt nur schweigend, als er sich erhebt, um nach seiner Schreibmappe zu greifen und einige Scheine unter sein Tablett zu legen. "Oh, vielen Dank, junge Lady." Sichtlich erfreut von ihren Worten schlüpft er in seinen Mantel. "Falls Ihr weitere Ratschläge benötigen solltet, bin ich der geeignete Ansprechpartner, denn ich kenne diese Stadt wie meine Westentasche." Er wünscht ihr einen schönen Tag und macht sich auf dem Weg nach draußen. Nach zwei Schritten bleibt er noch einmal stehen und dreht sich zu ihr um. Sie lächelt ihn an. "Ihr wisst ja, wo Ihr mich findet", schmunzelt er und deutet in einer ausladenen Handbewegung auf die Leute, die sich im Abernathy's versammelt haben, ehe er sie alleine im Kaffeehaus zurücklässt, wo sie grinsend in ihre heiße Schokolade blickt und sachte den Kopf schüttelt.

(c) Ethan Parker -Wilde & (etwas) Sabrina Pommer

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Das war ein wirklich nettes Gespräch gewesen. Danke! :)
Ach, und den Apfelkuchen werde ich bei meinem nächsten Besuch definitiv probieren. *gg*

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Gewinnen könnt ihr natürlich auch wieder etwas: Und zwar ein ebook von dem Roman. Dazu müsst ihr mir nur eine Frage beantworten:

Wie heißt das Lokal, in dem ich Ethan Parker-Wilde traf?

Schickt mir Eure Antwort bis Freitag, den 09.01.2015, 23:59 an per Email an Sanarkai@web.de mit dem Stichwort "Das Dunkel seiner Seele". Dann nehmt ihr an der Verlosung teil und seid auch automatisch an der großen Verlosung, welche am 08.02. stattfindet, mit dabei. Alle Teilnehmer der Gewinnspiele haben da die Möglichkeit, ein großes Paket bestehend aus einem Printbuch und ein paar Überraschungen zu gewinnen. 

Viel Glück!

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Nochmal die einzelnen Stationen der Tour

13. Dez. - Sarah --> Eingangspost mit Buchvorstellung
20. Dez. - Annika --> Special-Überraschung
27. Dez. - Janine --> Interview
03. Jan. - Sabrina --> Special-Interview

Nächste Woche: 10. Jan. - Jaci 
--> Zeitgeschichte bzgl. Homosexualität

17. Jan. - Danni --> Charaktervorstellung
24. Jan. - Kathrin --> Interview
31. Jan. - Dana --> Special

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1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag,

    nett, wie hier das Interview geführt wird. Mal eine ganz andere und interessante Form des Gespräches...das hat was!

    Danke dafür...LG..Karin..

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