[Rezension] Martina Frey - Das Brunnenmädchen

Klappentext:

Wiesbaden, 1890: Sophie arbeitet als Brunnenmädchen an einer Heilquelle im Wiesbadener Kurbetrieb und schenkt den Kurgästen Wasser aus. Als sie erfährt, dass ein reicher Bürgerlicher ihre Schwester verführen wollte und ihr damit das Herz bricht, schwört Sophie Rache. 

Sie schafft es, sich in die noble Gesellschaft einzuschmuggeln. Mit ungeahnten Folgen.

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Erster Satz: "Irgendetwas stimmt nicht, dachte Sophie, als sie die Dachkammer betrat."

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Sophie lebt mit ihrer Schwester Annalie in einem kleinen Zimmer über eine Schneiderei. Sie zahlen dafür Miete, aber trotzdem verlangt der Schneider immer von ihnen, das sie Kleider ändern zu haben. Sie arbeitet sonst als Brunnenmädchen beim Kochbrunnen, ihre Schwester als Dienstmädchen.

Als einer der Reichen Annalie verführen, aber nicht heiraten will, will Sophie Rache für ihre Schwester nehmen. Das sich diese in den Mann verliebt hat und sich jetzt immer in den Schlaf weint. Sophie "borgt" sich ein Kleid vom Schneider, welches sie ändern soll, zieht es an und geht zur Wilhelmstrasse um Maximilian Bickenbach, so heißt der Schwerenöter, zu suchen und zur Rede zu stellen.

Doch auf der Suche rempelt sie mit einem Carl Freyberg zusammen. Ebenfalls ein reicher Bürger. Eigentlich sollte sie schnell das weite suchen, aber sie schafft es nicht und nimmt statt dessen eine Einladung zum Maskenball im Theater von ihm an, in der Hoffnung, so leichter an Maximilian ranzukommen...

Meine Meinung

Dieser Roman war wirklich sehr schön!

Ich wollte ihn gerne lesen, weil er in Wiesbaden spielt, die Stadt in der ich lebe. Er spielt allerdings gute 124 Jahre früher und das war wirklich sehr, sehr schön. Ich hatte die ganze Zeit das Wiesbaden von damals vor den Augen gehabt. Die Autorin hat das so wunderbar beschrieben, das man sich beim Lesen vorstellen konnte, man ist mit dabei, man ist an Sophies Seite als sie versucht, Rache für ihre Schwester zu nehmen und flaniert zusammen mit ihr über die Wilhelmstraße, fährt mit der Nerobergbahn und ist im Kurpark, bei einem Spaziergang im Regen.

Sophie ist eine sympathische junge Frau, die es nicht hinnehmen will, das die Bürger der Oberschicht sich alles erlauben können ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen. Eine junge Frau, die nur den heiraten möchte, den sie liebt und die öfter mal etwas sagt, was sie sich lieber hätte verkneifen sollen. Vor allen in Gegenwart von Gästen des Kurbetriebes.

Aber mir waren alle Charaktere in dem Buch sympathisch. Es gab keinen, den ich nicht mochte. Carl, der immer zu viel Geld am Spieltisch verliert, seine Freunde die Hentschels (die waren toll), sein Ziehvater, ja, sogar Maximilian mochte ich. Annalie ging mir allerdings ein bisschen auf die Nerven und den Schneider mochte ich nicht, der hat Sophie immer als billige Arbeitskraft eingespannt.

Fazit
Eine wunderschöne Geschichte mit sympathischen Charakteren.
Einmal wandeln durch Wiesbaden des 19. Jahrhundert. Sehr empfehlenswert!

Band 1: Die Tochter eines Arztes
Band 2: Das Brunnenmädchen

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 Vielen Dank an den Dryas Verlag für das Rezensionsexemplar.
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Autorin: Martina Frey | ISBN: 978-3-940855-55-8 | Seiten: 383 | Preis: 12,95€ [D]
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