[Rezension] Viola Alvarez - Ein Tag, ein Jahr, ein Leben

Am Ende eines Lebens zählt nur die Liebe.

In einem noblen Altenheim feiert die ehemalige Kunsthändlerin Melusine von Grenwald ihren 102. Geburtstag. Sie blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Und doch ist es vor allem die Liebe zu Wilhelm Bellwitz, genannt „Krempe“, die sie umtreibt. Eine Liebe, die vor mehr als 70 Jahren begann und ein tragisches Ende fand, als Krempe, der damalige Boss der Berliner Unterwelt, einem Verbrechen zum Opfer fiel.
Melusine vertraut der einfühlsamen Pflegerin Monika die Geschichte einer großen Liebe und eines grausamen Verlustes an. Nach und nach offenbart sich der jungen Frau eine verhängnisvolle Wahrheit, die sie nicht mehr loslässt.

Ein Herz vergisst nie: Die bewegende Geschichte einer Liebe über den Tod hinaus.     Quelle

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Erster Satz: "Das Schicksal ist keine Demokratie."

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Melusine Baronin von Grenwald feiert ihren 102. Geburtstag. Bzw. alle im Heim, die Presse usw. feiern ihn, aber sie will nur in Ruhe gelassen werden, um den letzten Akt in ihren Leben zu beenden, ehe sie es nicht mehr kann.

Sie erinnert sich an ihre Zeit Anfang der dreißiger Jahre in Berlin. Als sie an ihren 25. Geburtstag - vormittags - in die Kellerbar Pavillon ging und prompt in eine Razzia lief. Und dort sah sie ihre beiden Männer zum ersten Mal zusammen:  Wilhelm Gotthilf Bellwitz, genannt "Krempe", Boss der Berliner Unterwelt sowie Arkadiusz "Arek" Kriszowsky, Kommissar der Sittenpolizei Groß-Berlin.

Am selben Abend trifft sie Wilhelm nocheinmal in einer Bar die ihm gehört. Doch er lässt sie rausbegleiten und nach Hause fahren. Doch vorher kommt es zu einen Kuss zwischen den Beiden. Danach ist erstmal sechs Wochen lang Funkstille, in denen Melusine immerzu an den Kuss denken muss. Wilhelm geht es nicht viel anderes, doch er arbeitet in der Unterwelt und für ihn es gefährlich eine Freundin zu haben...

Meine Meinung

Der Klappentext gefiel mir so gut, das ich das Buch unbedingt lesen musste. Es ist eine Liebesgeschichte die unter die Haut geht und einen nicht so schnell wieder los lässt.

Melusine erzählt die Geschichte so ergreifend, das man mit den lesen nicht aufhören kann. Man leidet und lacht mit ihr, hofft und bangt und wünscht sich nur, dass das Ganze gut ausgeht. Auch wenn dieser Wunsch hoffnungslos zu sein scheint, da leider schon im Prolog etwas anderes angedeutet wird. Aber das Buch macht einfach nur viel Spaß und hält auch Überraschungen beim lesen bereit.

Unheimlich faszinierend fand ich die Geschichte zwischen Wilhelm und Arek. Diese Freundschaft unter Männer, entstanden durch gemeinsame Erlebnisse im ersten Weltkrieg. (Falsch: Im Großen Krieg - damals wusste ja noch keiner, das es noch eine zweiten "großen Krieg" geben würde.) Das war sehr interessant zu lesen und auch das Wissen darüber, das ohne diese Freundschaft, die Geschichte sich wahrscheinlich anders entwickelt hätte. Oder auch nicht. Das wird man ja nie erfahren, da es sie gab.

Auch die Geschichten drumherum sind interessant: Berlin in den Dreißigern Jahren, der Aufstieg der Nazis, Künstler und ihre Geschichten... Das Buch wird nie langweilig.

Das Buch ist wunderschön! Ich bin so froh, das ich es gelesen habe und ich glaube, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein! Ich LIEBE es!!

Fazit
Eine bewegende Liebesgeschichte die unter die Haut geht. MUSS man gelesen haben (wenn man das mag).
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Zitat, 67%
"Lass uns nur atmen", sagte Wilhelm leise. "Wir sind zusammen und wir leben."

Zitat, 71%
"Der Krieg ist doch nicht vorbei, bloß weil er aufgehört hat", sagte Arek. "Wer jahrelang auf Befehl gezwungen war, andere Menschen abzuschlachten, und das überlebt hat, der kann das dann nicht plötzlich abstellen , nur weil es auf einmal nicht mehr in die Gesellschaft passt. Oder vielleicht hat er es auch vor dem Krieg unterdrückt und nun nicht mehr."
Zitat, 82%
„Det is richtich, Meechen, de Welt is schon öfter ma am Abjrund jewesen , aber de Hoffnung und de Ahnungslosichkeit von de Jugend hält se jedes Mal vom Runterkullern ab."
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Autorin

Viola Alvarez, geboren 1971 in Lemgo, ist eine deutsche Schriftstellerin und Dramaturgin. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Skandinavistik in Freiburg arbeitete sie als Referentin in der Erwachsenenbildung und war Leiterin eines Theaters in Köln. Heute ist sie Inhaberin eines Instituts für Managemententwicklung und lebt im Rheinland. Quelle
Foto (c) Lichtblick, M. Ippendorf
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Vielen Dank an dotbooks für das Rezensionsexemplar! 
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http://www.amazon.de/Wolkenfisch-oder-Theas-Lisa-Weichart/dp/3942181479/ref=sr_1_1_bnp_1_har?ie=UTF8&qid=1396257627&sr=8-1&keywords=wolkenfisch
Verlag: dotbooks | ISBN: 978-3-95520-474-7 | ebook | Seiten: ca. 674 | Preis: 5,99€ [D]
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1 Kommentar:

  1. Tolle Rezi, die mega Lust auf das Buch macht! Habe mir gerade ein Buchshoppingverbot auferlegt, um meinen Sub zu verkleinern. Aber das Buch kommt auf jeden Fall auf die Liste der Bücher, die ich als nächstes kaufen werde.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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