[Rezension] Lyndsay Faye - Der Teufel von New York

Kurzbeschreibung:
New York 1845. Die gerade gegründete Polizei der Stadt ist ein zusammengewürfelter Haufen von Schlägertypen und seltsamen Vögeln. Auch Timothy Wilde gehört dazu – gegen seinen Willen. Bei einem Brand wurden seine Zukunftspläne zerstört, sodass er jetzt jede Arbeit annehmen muss, die sich bietet. Eines Tages läuft ihm ein völlig verstörtes kleines Mädchen in die Arme, bekleidet mit einem blutdurchtränkten Nachthemd. Sie will oder kann nicht sagen, wer sie ist. Da sie selbst körperlich unverletzt ist, muss das Blut von einer anderen Person stammen. Kurz darauf findet Tim auf einem entlegenen Gelände neunzehn Kinderleichen. Es kursieren die wildesten Gerüchte, und die politische Situation ist bis zum Zerreißen angespannt… Quelle

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Erster Satz: Als ich an meinem Schreibtisch im Gefängnis The Tombs den ersten Bericht verfasst, begann ich so:
In der Nacht des 21. August 1845 entfloh eines der Kinder. 

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Timothy Wilde arbeitet in einer Bar in New York. Er hat etwas Geld gespart und möchte gerne Mercy Underhill heiraten. Die Frau, die er liebt, aber sich nicht traut, es ihr zu sagen. Doch dann bricht ein Feuer aus bei dem Tim alles verliert: Seine Bleibe, sein Geld, seinen Job und sein Aussehen, da er Brandwunden im Gesicht davon trägt.

Sein Bruder Valentine, Feuerwehrman, politisch engagiert, Lebeman und jetzt Captain bei der neugegründeten Polizei von New York, verschafft ihm einen Job als Streifenpolizist im sechsten Revier. Die Arbeitszeiten sind bescheiden: von vier Uhr morgens bis acht Uhr abends. Tim möchte das nicht machen, aber erst mal nimmt er die Arbeit an. Er findet im sechsten Revier auch eine neue Bleibe, bei einer Witwe über einer Bäckerei.

Nach drei Monaten hat er die Nase voll und möchte kündigen. Doch da läuft ihm Bird über den Weg. Zehn Jahre jung, nur mit einem Nachthemd bekleidet, welches voller Blut ist und geradewegs aus einem Bordell zu kommen scheint. Er nimmt sie mit zu sich nach Hause und versucht herauszufinden was passiert ist. Bird erzählt ihm ziemlich viele unglaubliche Geschichten und es dauert ein Weilchen, bis Tim die Lügen von der Wahrheit trennen kann. Sie führt ihn dann zu einem Feld wo neunzehn Kinderleichen verscharrt worden. Die Polizei möchte das bedeckt halten, doch dann taucht in der Presse ein Brief von einem verrückten auf, der die Tat gesteht und in New York fängt es an zu brodeln...

Meine Meinung

Das Buch war sehr, sehr interessant. New York im 19. Jahrhundert ist eine faszinierende Zeit. Obwohl ich zu der Zeit nicht würde leben wollen - ich schätze die Annehmlichkeiten die es heutzutage gibt doch sehr - aber einmal durch das New York des 19. Jahrhunderts zu wandeln... das wäre was... und dieses Buch macht das möglich. Ich hatte während des Lesens das Gefühl, mittendrin im New York von damals zu sein.

Die Autorin erzählt in dem Buch die Anfänge der New Yorker Polizei und die ganzen Probleme die es gab, bevor sie gegründet wurde und auch danach. Viele wollten kein stehende Heer in ihrer Stadt haben. Andere wiederum waren begeistert davon, musste man doch den Verbrechen entgegentreten die tagtäglich in den Straßen von New York statt fanden.
Hinzu kamen dann noch die Irren, die zu tausenden ihr Land verließen, wegen der Hungersnot, weil die Kartoffeln verfaulten. Es war eine ziemlich angespannte Situation damals und politisch sehr brisant.

Oft wird in diesem Roman auch Flash benutzt, die Sprache der Straße. Das lesen wurde dadurch manchmal etwas anstrengend, weil ich hinten im Glossar nachschlagen musste, was gerade gesagt wurde. Es erschloß sich nicht immer aus dem Kontext und auch nicht immer übersetzte uns das Timothy Wilde, der die Geschichte aus seiner Sicht erzählte. Aber dadurch weiß ich jetzt, das einige Begriffe von damals - von der Gaunersprache Flash - heute noch im Gebrauch sind (z.Bsp.: malochen)

Was ich persönlich immer wieder schlimm finde ist, wie die Kinder in der damaligen Zeit behandelt wurden. Für mich als Mutter ist das immer kaum nachvollziehbar. Heutzutage sind Kinder doch alles und damals waren sie nichts. Auch das es keine Kinderärzte gab, wusste ich gar nicht. Immerhin gab es in diesem Buch einen Arzt, der sich um die Kinder kümmerte. Aber nur eine Einzigen  in der ganzen großen Stadt, die damals schon knapp eine halbe Millionen Einwohner hatte.

Es machte sehr viel Spaß das Buch zu lesen und so mit Timothy durch New York zu streifen. Und das Ende ist so einfach wie genial!

Fazit
Einmal wandeln durch das New York des 19. Jahrhunderts. Für Krimiliebhaber, Historienfans und New York Begeisterte, die die Stadt mal anders entdecken wollen.

Timothy Wilde
Band 1: Der Teufel von New York

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Vielen Dank an den dtv für das Rezensionsexemplar.

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 Verlag: dtv | ISBN: 978-3-423-24993-5 | Preis: 15,90€ [D]
 Originaltitel: The Gods of Gotham | Seiten:480
http://www.amazon.de/Der-Teufel-von-New-York/dp/3423249935/ref=sr_1_1_bnp_1_pap?ie=UTF8&qid=1394544538&sr=8-1&keywords=teufel+new+york

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Kommentare:

  1. Da ich das Buch auch bekommen habe freue ich mich dass deine Rezension so positiv ausgefallen ist. Ich werde es auch bald lesen. Lg Petra www.papierundtintenwelten.blogspot.de

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  2. Dann viel Spaß beim lesen! :)

    LG Sabrina

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