[Rezension] Sabine Weiß - Hansetochter

Klappentext:

EINE JUNGE FRAU ZWISCHEN TRADITION UND DER SEHNSUCHT NACH  FREIHEIT 

Lübeck 1375. Für Henrike bricht eine Welt zusammen, als ihr Vater, ein angesehener Hansekaufmann, völlig überraschend stirbt. Plötzlich steht die junge Frau ganz alleine da - und zu allem Unglück übernimmt der verhasste Onkel ihre Vormundschaft. Als dieser auch noch sämtliche Geschäfte des Vaters an sich reißt, keimt in Henrike ein schrecklicher Verdacht: Wurde ihr Vater etwa das Opfer einer grausamen Intrige?

Sie beschließt, die Wahrheit aufzudecken - doch kann sie niemandem mehr trauen. Einzig Adrian, ein junger Kaufmann aus Brügge, steht ihr zur Seite...

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Erster Satz: "Henrike hatte es niemanden gesagt, nicht einmal den wenigen Menschen, denen sie noch zu trauen wagte."

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Henrike führt ein glückliches Leben mit ihrem Vater, den angesehenen Lübecker Kaufmann Konrad Vresdorp und ihrem kleinen Bruder Simon. Doch von einem Tag auf dem anderen ändert sich alles. Der Kaiser besucht die Stadt und es gibt ein großes Fest, wo alle dran teilnehmen. Henrike amüsiert sich gut und tanzt auch mit Adrian Vanderen, einem gutaussehenden Kaufmann aus Brügge mit dem ihr Vater Geschäfte gemacht. Bevor Henrike das Fest, weil sie müde ist, verlässt, erzählt ihr Vater ihr noch, das er auf der Suche nach eine Bräutigam für sie ist und sich auch schon für eine Kandidaten entschieden hat, aber er will ihr nicht verraten, wer es sein soll.

Mitten in derselben Nacht wird Henrike von Lärm im Haus geweckt und findet so heraus, das ihr Vater tot ist. Da sie, in dem Augen ihres Onkels, zu oft widerspricht, wird sie in eine Kammer gesperrt, wo sie einige Tage bleiben muss. Bei der Testamenteröffnung ist sie dann nicht mit dabei. Sie erfährt nur von ihrem Bruder, was da drin stand. Henrike und ihr Bruder erben alles. Der Onkel soll nichts bekommen, aber da er die Vormundschaft für die Kinder übernimmt, kommt er doch an das Geld ran. 

Simon arbeitet als Kaufmannsgehilfe für ihn und wird ständig schikaniert. Vor allem von Nikolas, dem Cousin. Henrike schicken sie weg, auf einem Gut an die Ostsee, welches die Schwester ihrer Mutter, Asta, bewirtschaftet. Dort soll sie lernen sich anständig zu benehmen, immer folgsam zu sein und nicht zu widersprechen.

Durch Asta erfährt sie so einige über ihren Onkel. Und als sie sich wieder auf den Weg nach Lübeck macht, möchte sie nur die Wahrheit rausfinden...

Meine Meinung

Am Anfang des Buches erfährt man wie Henrike - verkleidet als Junge - in ein Hurenhaus geht, um etwas über ihren Vater zu erfahren. Etwas später wird sie auf offener Straße niedergeschlagen.

Erst danach fängt die richtige Geschichte an. Allerdings ein halbes Jahr früher und es dauert gute 500 Seiten ehe man erfährt warum. Aber das sind 500 spannende Seiten. Einfach weil man den Grund wissen möchte für dieses gewagte Unternehmen ihrerseits ist. Es kann sie schließlich ihren guten Ruf kosten.

Henrike ist eine reiche Kaufmannstochter, die sich um nichts Sorgen machen muss. Das ändert sich als ihr Vater stirbt. Ihr Onkel übernimmt die Vormundschaft, sie muss Arbeiten übernehmen, die normalerweise nur das Gesindel machen, um ihr Erbe kämpfen und um ihr Leben und das ihres Bruders fürchten. Ich mochte sie gleich. Am Anfang war sie etwas hochnäsig, aber das änderte sich schnell und man konnte gut mit ihr mitfühlen.

Ich finde es immer ziemlich schlimm, wie die Menschen in dieser Zeit behandelt wurden. Ein Menschenleben war nichts wert und Frauen und Kinder sowieso nicht. Henrike und Simon haben mit ihren Vater Glück, er liebt sie. Aber nicht mit ihrem Onkel oder Cousin. Die schlagen zu wenn sie was falsches sagen, überhaupt etwas sagen, nicht schnell genug machen, was sie ihnen aufgetragen haben usw... also, eigentlich immer. 

Teilweise waren die Personen einfach gestrickt. Gut und Böse waren leicht zu erkennen, aber gegen Ende gab es einige interessante Wendungen, die das Muster umwarfen.

Die Autorin hat ein wunderbares Buch über die Welt der Hanse geschrieben. Gut recherchiert und dargestellt, spannend und flüssig zum lesen und am Ende so, das die Geschichte fertig erzählt ist, aber durchaus eine Fortsetzung kommen könnte. Darauf hoffe ich, weil ich gerne mehr von Henrike, Adrian und Simon lesen möchte. *gg*

Fazit
Ein gut recherchierter und spannender historischer Roman!


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 Das Buch ist bei Bastei Lübbe erschienen und erwerben kann man es u.a. hier.
Vielen Dank an den Verlag und an Blogg dein Buch, das ich es lesen durfte.

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