[Rezension] Diane Broeckhoven - Ein Tag mit Herrn Jules

Klappentext: 

Eine wunderbar ergreifende
Geschichte über die Liebe,
die ein Leben lang hält.

Alice und Jules haben ein morgendliches Ritual. Und auch an diesem Wintermorgen wird Alice geweckt vom Duft des Kaffees, den ihr Mann schon zubereitet hat. Als sie jedoch zu Jules ins Wohnzimmer kommt, sitzt er tot auf dem Sofa.
Alice beschließt, seinen Tod, zumindest für einen Tag, zu ignorieren. Doch dann taucht der kleine Nachbarsjunge auf, der wie immer um zehn Uhr eine Schachpartie mit Herrn Jules spielen möchte...

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Erster Satz: Die zeitlose halbe Stunde zwischen Erwachen und Aufstehen umhüllt Alice wie ein vertrautes Kleidungsstück.

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Der Tag beginnt wie jeder andere: Alice wird vom Duft des Kaffees geweckt, den ihr Mann Jules schon vorbereitet hat. Er steht immer vor ihr auf und macht das Frühstück. Sie genießt die halbe Stunde allein im Bett. Als sie dann aufsteht, sitzt Jules auf dem Sofa. Alice geht zu ihm und muss feststellen, das er gestorben ist.

Alice, von der Situation total überfordert, beschließt, noch niemanden Bescheid zu sagen. Sie will ihren Mann noch nicht hergeben, sondern noch einen letzten Tag mit ihm genießen. Sie frühstückt, nimmt ein Bad und überlegt, was sie zu Mittag essen möchte.

Dann klingelt das Telefon. Bea, eine Nachbarin ist dran und fragt, ob sie ihren Sohn David eine halbe Stunde früher zu Schachspielen vorbeibringen kann, weil sie ins Krankenhaus zu ihrer Mutter muss. Alice sagt ja, verschweigt aber das Jules verstorben ist...

Meine Meinung

Es ist ein wundervolles kleines Buch.
Der letzte Tag den Alice mit ihrem Mann Jules verbringt ist einfach nur schön.

Alice läßt das gemeinsame Leben nochmal Revue passieren, so das man am Ende - trotz der nur 92 Seiten - alles über deren Leben weiß: Die Hochzeitreise nach Paris, die mit einem traurigen Geheimnis endete, über das niemand außer den beiden Bescheid wusste. Und jetzt nur noch sie.
Oder den Fehltritt von Jules vor dreißig Jahren, den er immer leugnete, aber sie wußte es trotzdem. Und wie Alice es schaffte, das er bei ihr blieb.

Und auch die Geschichte mit dem Nachbarsjungen David. Er ist Autist und besteht darauf um zehn Uhr mit Herrn Jules Schach zu spielen. So wie immer in den Ferien seit über einem Jahr. Ausladen kann sie ihn nicht und überreden mit ihr Dame zu spielen klappt auch nicht. Sie hat ihm gesagt, Herr Jules wäre krank. Doch David stellt ganz nüchtern fest "Herr Jules ist nicht krank. Herr Jules ist tot." Er setzt sich dann zu ihm und fängt Punkt 10 Uhr mit der Schachpartie an. Er spielt dann beide Steine und Herr Jules gewinnt

Die Autorin schafft es ganz wunderbar, den letzten Tag mit Herrn Jules so darzustellen, als ob er endlos wäre. Anrührend, die Zeit vergeht extrem langsam und es ist einfach nur schön das Buch - und damit die Geschichte von Alice und Jules - zu genießen.
Bis Alice dann bereit ist, ihren Mann gehen zu lassen.

Fazit
Ein wundervolles kleines Buch übers Abschied nehmen, welches nach einen ganzem Leben zusammen, gar nicht so einfach ist.

Kommentare:

  1. Das klingt nach einem Buch, bei dem ich heulen müsste, glaube ich...
    Die Sache mit David und Herr Jules klingt so nüchtern, dass es schon wieder rührend ist :)
    Liebe Grüße
    Miss Duncelbunt

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    1. Könnte man denken. Aber irgendwie kommen einen bei dem Buch nicht die Tränen. Es ist einfach nur schön. :)

      Ja, der David war klasse.

      LG Sabrina

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  2. Ohja, das Buch fand ich auch einfach nur schön!

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  3. Schön, dass du beim Bücherwichteln dabei bist :)
    Ich freue mich total, dass sich noch ein paar liebe Menschen gefunden haben!

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